Aktuelles aus der Sprachlernklasse

In der Sprachlernklasse lernen momentan 15 Immigranten mit einer Alterspanne von 12- 17 Jahren Deutsch, Englisch und Hauswirtschaft. 6 Blöcke in der Woche verbringen sie in den Regelklassen. Die Schüler und Schülerinnen berichten, dass sie gute Fortschritte beim Lernen machen. Der Klassenlehrerin Frau Danis bereitet vor allem die Vielfalt der Schüler großen Spaß. Sie kommen aus dem Sudan, der Türkei, dem Iran, Syrien und dem Irak. Die Schüler mögen ihre Lehrerin und finden die Kälte im Winter angenehm. Am leichtesten fallen ihnen die Fächer Deutsch und Englisch. Bestimmte Schüler, welche sich schon länger in der Schule befinden, helfen der Lehrerin bei der Kommunikation mit den Neuankömmlingen. Einige Schüler treffen sich auch außerhalb der Schule. Vor eineinhalb Jahren kam der erste Schüler in die Sprachlernklasse, momentan werden neue Schüler und Schülerinnen in die Sprachlernklasse integriert.

Sprachlernklasse - Auszüge aus unserem Konzept ...

1. Ausgangssituation der OBS Schiffdorf

In den letzten Monaten gab es Neuzugänge von Schülern und Schülerinnen, die mit ihren Eltern aus unterschiedlichen Staaten und aus unterschiedlichsten Gründen in den Landkreis Cuxhaven gezogen sind. Diese Kinder besuchen seitdem die Regelklassen, versuchen dem Unterricht zu folgen, was teils aber, aufgrund erheblicher Defizite in der deutschen Sprache, nur bedingt bzw. kaum möglich ist. Die Förderlehrkraft sowie die Fachkraft für DaZ-DaF[1] betreuten  die Schüler und Schülerinnen stundenweise. Da dies aber keineswegs ausreichend für eine optimale Integration und Gewährleistung der Chancengleichheit war, wurde zum Halbjahr des Schuljahres 2015/2016 eine Sprachlernklasse beantragt und auch genehmigt. Da beide Lehrerinnen mit einer DaZ-DaF-Ausbildung eigene Klassen hatten, übernahm die zum Halbjahr eingestellte Lehrkraft Frau Danis die Sprachlernklasse. Es wurde eine Sprachlernklassenplanungsgruppe aus der komm. Didaktischen Leitung Frau Fischer-Hachtel, Frau Dardagan (ausgebildet in DaZ-DaF), Frau Pfeiff (aktuell in Ausbildung), Frau Struck (Förderschullehrkraft) und Frau Danis gebildet. Ziel dieser Planungsgruppe ist es im Austausch zu bleiben, gemeinsam Unterricht vorzubereiten, Kompetenzraster zu erstellen und konzeptuell zu arbeiten. 

 

[1] Deutsch als Fremdsprache-Deutsch als Zweitsprache

 

2. Zielsetzung

Die Integration der jungen ausländischen Kinder in den „regulären“ Unterricht hat oberste Priorität. Da wir bei einigen Kindern davon ausgehen können, dass die Alphabetisierung noch nicht abgeschlossen ist oder die lateinischen Buchstaben nicht erlernt wurden, werden wir dafür sorgen, dass diese Kinder schnell das lateinische Alphabet erlernen können. Dies sehen wir auch als Grundvoraussetzung für faire Bildungschancen im weiteren (Schul-)leben. Darüber hinaus soll ebenfalls ein Augenmerk auf die Integration außerhalb der Schule geworfen werden (z.B. durch Vernetzung mit örtlichen Vereinen und Einrichtungen, Museen, der Stadtbibliothek, etc.). Kooperative Maßnahmen zur Integration sehen wir auch gesichert durch eine Zusammenarbeit der DaZ-Sprachlehrer/innen und mit ehrenamtlichen Schiffdorfer/innen. Der Sozialpädagoge der Oberschule Schiffdorf ist zudem eine wichtige Anlaufstelle für die Klassenlehrer und Schüler und Schülerinnen der Sprachlernklasse.

 

3. Organisation der Sprachlernklasse

Das Konzept ist so gestaltet, dass eine langfristige Förderung gewährleistet ist, die auch über die Förderung in den Sprachlernklassen hinausgeht. Der Sprachlernklasse von max. 16 Schülerinnen und Schülern sind 30 Wochenstunden zugedacht. Diese 30 Stunden können sich wie folgt aufteilen:

20 Stunden Sprachlernzeit pro Woche (Unterricht in der Sprachlernklasse) und 10 Stunden Unterricht in der Stammklasse (bevorzugt in den Fächern Kunst, Musik, Sport, WPK). Eine frühe Zuordnung in eine Stammklasse (bereits zu Beginn der Schulzeit) fördert die Teilintegration der Schüler und Schülerinnen.

Anfangs wird der „Hamburger ABC-Einstufungstest“ durchgeführt, um eine Lernausgangslage festzustellen. Nachdem grundlegende Defizite bei der Beherrschung der deutschen Sprache beseitigt sind, können die Schüler in die ihnen zugeteilte Stammklasse wechseln. Regulär soll dies etwa nach 12 Monaten möglich sein. Auf Antrag ist auch eine Verlängerung bzw. Verkürzung möglich.

 


4. Unterrichtsstruktur

Zum einen werden die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, eine binnendifferenzierte Förderung in Wort und Schrift in einer überschaubaren Lerngruppe zu erhalten. Der Sprach- und Wortschatzerwerb soll dabei in Alltagssituationen eingebettet werden, wobei der Bezug zur Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen ebenfalls berücksichtigt werden soll. Zudem sind sogenannte Praxisstunden angedacht, in denen die Schüler und Schülerinnen z.B. gemeinsam einkaufen gehen, Schiffdorf erkunden, gemeinsame Fahrten in den Zoo oder das Klimahaus machen, Führungen durch die Bremerhavener Stadtbibliothek bekommen oder auch an Sportveranstaltungen teilnehmen. Im Sprachunterricht wollen wir gemeinsam in Projekten, Lernszenarien, Gruppen, Partner- und Einzelarbeit arbeiten und uns so die Grundlagen für die Schul- und Bildungssprache Deutsch aneignen. Dabei wird jeder Schüler entsprechend seinen Möglichkeiten unterstützt, gefördert und begleitet. Die in der Sprachlernklasse dokumentierten Lernentwicklungen können für weitere Schullaufbahnentscheidungen beratend genutzt werden, sodass die Schüler ihre Schullaufbahn im fließenden Übergang erfolgreich fortsetzen können.